Donnerstag, 25. Januar 2018

Fragen fragen I



Ein Patient umgeht es seit Wochen, ein vereinbartes Ausfallhonorar zu zahlen. Jedes Mal, wenn er darauf angesprochen wird, weicht er aus. Sie fragen ihn schließlich noch einmal direkt, und er sagt, er sehe das gar nicht ein, er fände das ungerecht. Wie gehen Sie damit um?

Dienstag, 12. Dezember 2017

Fragen fragen


Passend zum Jahresende werden wir in den nächsten Tagen mit unserem neuen Format "Fragen fragen" starten, für das wir je drei Psychotherapeuten ein und dieselbe, kleine Situation einer Behandlung geschildert haben und sie baten, uns zu beschreiben, wie sie vorgehen würden. Die Antworten zu unseren Fragen werden im Abstand von wenigen Wochen im Blog veröffentlicht. Die Antworten können von humoresk über lehrreich bis hin zu literarisch alles sein - und sind vielleicht in manchen Fällen auch alles drei. Wir hoffen, die Diversität der Antworten wird Sie anregen, Ihre eigenen zu finden.

Mit kollegialen Grüssen
Das Redaktions-Team



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Mittwoch, 29. November 2017

Bedrohte Räume (Germanwings)



Moderner Beichtstuhl, mit Abhörgefahr



Es ist immer wieder einmal ein Thema: Wie sollen die Träger von Berufsgeheimnissen damit umgehen, wenn ihnen etwas Aufrüttelndes berichtet wird, etwas, das die Allgemeinheit betrifft, wie etwa ein geplanter Banküberfall; oder etwas, das das Nachbarmädchen eines Patienten in Gefahr bringt, zum Opfer seiner perversen Sexualität zu werden. Es gibt eine das Rechtsempfinden des Einzelnen oft verstörende Rechtslage

Samstag, 19. August 2017

Sonntag, 23. Juli 2017

Selbsthilfegruppe



... and  stole  a  kiss
in  evr´y  street  café


Es war kein besonderer Tag, eher einer der üblichen anstrengenden Sorte, den du gerne vergisst, um ihn mit schöneren Tagen zu überschreiben, und von dem du, schon im beginnenden Zurückblicken, nicht sicher bist, ob er genug Sinn barg. Ich war auf dem Nachhauseweg, es muss Ende Juni gewesen sein, es war noch sehr hell und seltsam ruhig in der Stadt. Ich ging in Gedanken die Therapiesitzungen des Tages nochmal durch und war weder mit mir noch mit der heutigen Arbeit ganz zufrieden. Weil ich keine Lust hatte, den üblichen Weg zu gehen, drehte mein Unterbewusstsein mittendrin nach rechts ab und ich fand mich in einer Seitenstraße an der Rückseite des kleinen Theaters wieder. Da hörte ich sie. Erst ganz leise, da fragte ich mich, ob jemand sein Radio zu laut eingestellt hatte, doch dann wurde die Stimme lauter und ich erkannte den besonderen Augenblick. Sie sang, ein glockenheller Sopran, offenbar durchs geöffnete Fenster eines weiter oben gelegenen Probenraums. Unten saßen andächtig ein paar Frauen. Alle um die 60 oder älter, einfach gekleidet, einträchtig, ohne sich zu bewegen. Sie saßen unbequem, die Plastiktüte mit den täglichen Einkäufen neben sich abgestellt, teilweise auf dreckigen Mauervorsprüngen, eine angelehnt an einen geparkten Lieferwagen. Sie sprachen nicht, sondern bildeten eine stumme Skulptur. Sechs Frauen, die sich nicht zufällig, sondern absichtlich getroffen hatten, aber ihre Versammlung diente nicht einem Austausch, sondern die zusammengewürfelte, sich vermutlich auch fürderhin fremd bleibende Gruppe war offensichtlich gekommen, um zu lauschen. Ein heiliger Moment. Ich blieb stehen und lauschte auch. Wie schön. Ich bedauerte, dass die Melodie nicht flugs um die Welt ging. Wir denken viel zu oft, Therapie hätte immer etwas mit Therapeuten zu tun.

Doris Normann
HIP - externer Dozentenkreis