Samstag, 19. August 2017

Sonntag, 23. Juli 2017

Selbsthilfegruppe



... and  stole  a  kiss
in  evr´y  street  café


Es war kein besonderer Tag, eher einer der üblichen anstrengenden Sorte, den du gerne vergisst, um ihn mit schöneren Tagen zu überschreiben, und von dem du, schon im beginnenden Zurückblicken, nicht sicher bist, ob er genug Sinn barg. Ich war auf dem Nachhauseweg, es muss Ende Juni gewesen sein, es war noch sehr hell und seltsam ruhig in der Stadt. Ich ging in Gedanken die Therapiesitzungen des Tages nochmal durch und war weder mit mir noch mit der heutigen Arbeit ganz zufrieden. Weil ich keine Lust hatte, den üblichen Weg zu gehen, drehte mein Unterbewusstsein mittendrin nach rechts ab und ich fand mich in einer Seitenstraße an der Rückseite des kleinen Theaters wieder. Da hörte ich sie. Erst ganz leise, da fragte ich mich, ob jemand sein Radio zu laut eingestellt hatte, doch dann wurde die Stimme lauter und ich erkannte den besonderen Augenblick. Sie sang, ein glockenheller Sopran, offenbar durchs geöffnete Fenster eines weiter oben gelegenen Probenraums. Unten saßen andächtig ein paar Frauen. Alle um die 60 oder älter, einfach gekleidet, einträchtig, ohne sich zu bewegen. Sie saßen unbequem, die Plastiktüte mit den täglichen Einkäufen neben sich abgestellt, teilweise auf dreckigen Mauervorsprüngen, eine angelehnt an einen geparkten Lieferwagen. Sie sprachen nicht, sondern bildeten eine stumme Skulptur. Sechs Frauen, die sich nicht zufällig, sondern absichtlich getroffen hatten, aber ihre Versammlung diente nicht einem Austausch, sondern die zusammengewürfelte, sich vermutlich auch fürderhin fremd bleibende Gruppe war offensichtlich gekommen, um zu lauschen. Ein heiliger Moment. Ich blieb stehen und lauschte auch. Wie schön. Ich bedauerte, dass die Melodie nicht flugs um die Welt ging. Wir denken viel zu oft, Therapie hätte immer etwas mit Therapeuten zu tun.

Doris Normann
HIP - externer Dozentenkreis

Dienstag, 20. Juni 2017

Bücherfreuden II


Berichte an den Gutachter schreiben und zuviele Konzepte auf einmal im Kopf?
Liebe Leserin, lieber Leser, wir haben eine neue Rezension!

Handbuch Psychotherapie-Antrag


Montag, 5. Juni 2017

» Beziehungsfeuerwerk ». Eine Anmerkung zu I.Yalom.






Als ich kürzlich im Krankenhaus lag, schenkte man mir sinnvollerweise ein Büchlein, das von der Psychotherapie lebensbedrohlich kranker und sterbender Patienten handelt (YALOM „Denn alles ist vergänglich“ [2016]). Der kalifornische Schriftsteller-Psychotherapeut

Montag, 22. Mai 2017

Watching you


geduldetes  Therapieraumaccessoire


Erzählt mir doch neulich ein Ausbildungsteilnehmer eine Geschichte, von der ich mich immer noch nicht erholt habe. Die Story ist wirklich ein Kracher!
Es ging darum, dass in der 29. Sitzung einer auf Video aufgenommenen Therapie gleich zu Beginn Kamera und Mikro nicht funktionierten und ausgeschaltet bleiben mussten.